Erklärung einiger Begriffe
Mit Naturbrut oder Elternaufzucht werden Vögel bezeichnet, die von in Menschenobhut lebenden Vogeleltern ausgebrütet und durchgehend aufgezogen werden, bis sie futterfest sind. Nicht zu verwechseln mit Wildfängen/Naturentnahmen!
Viele verstehen unter Brut nur das eigentliche Ausbrüten bis zum Schlupf der Küken und beziehen die Aufzucht bis zur Selbstständigkeit nicht mit ein. Wer einen von den Vogeleltern aufgezogenen Vogel möchte, sollte daher genau nachfragen!
Wie Naturbrut, jedoch werden die etwas älteren Küken vom Züchter regelmäßig in die Hand genommen, bekommen auch etwas Futter aus der Hand, und werden wieder ins Nest zurück gesetzt. Sie werden so ohne Fehlprägung und ohne Verlust ihrer Vogeleltern an den Menschen gewöhnt. Sie kennen von Anfang an beide "Welten".
Siehe dazu den Bericht "Menschenbegleitete Naturbrut"
Die Küken werden von Hand aufgezogen.
Dies geschieht entweder "ab Ei" (Kunstbrut) oder sie werden im Alter von wenigen Wochen aus dem Nest genommen, in einer Wärmebox untergebracht und von Hand gefüttert. Gefüttert wird altersabhängig alle paar Stunden mit einem Aufzuchtsbrei. Die Fütterung erfolgt mittels Kropfsonde, Futterspritze oder Löffel.
Die Küken sind meistens und sofern vorhanden im Geschwisterverband oder mit anderen Küken zusammen untergebracht. Wenn sie alt genug sind, erfolgt die Gewöhnung an normales Futter.
Häufig werden Vogelbabys angeboten, die noch nicht futterfest sind und von Hand gefüttert werden müssen.
Vom Erwerb solcher Tiere ist abzuraten, denn bei der weiteren Handfütterung kann sehr viel schief gehen. Auch lassen sich Gesundheitszustand und evtl. frühere Fütterungsfehler bei einem so jungen Baby schwer beurteilen.
Das Risiko trägt der Käufer.
Ein seriöser Züchter, dem am Wohlergehen seiner Nachzuchten gelegen ist, wird niemals nicht futterfeste Jungvögel an Personen ohne entsprechende Erfahrung abgeben.
Die Vogeleier werden in einem Brutapparat ausgebrütet.
Anschließend werden die Küken von Hand gefüttert und aufgezogen.
Sagt nichts weiter aus, als dass der Vogel importiert wurde. Es kann sich um einen Wildfang handeln, es kann sich aber auch um eine Nachzucht in einem anderen Land handeln.
Ein in Menschenobhut gezogener Vogel.
DNZ steht für in Deutschland gezogener Vogel.
Diese Ziffern findet man häufig in Anzeigen und in der Literatur. Sie bezeichnen das Geschlecht und die Anzahl der Vögel.
1,0 ist ein Hahn,
0,1 ist eine Henne,
0,0,1 ist ein Jungvogel oder Vogel unbekannten Geschlechts.
2,3 würde bedeuten: 2 Hähne, 3 Hennen
0,0,4 wären 4 Jungvögel
Die Jungvögel fangen gleich nach Verlassen des Nistkastens an, am Futter herumzupicken und ein wenig zu fressen. Dies reicht aber nicht zur ausreichenden Nahrungsaufnahme, sie werden weiterhin von den Eltern (oder bei Handaufzuchten vom Pfleger) gefüttert. Die Menge der zugefütterten Nahrung verringert sich mit zunehmender Selbstständigkeit.
Ein Jungvogel ist erst dann futterfest, wenn er wirklich selbstständig fressen kann und auf keinerlei Zufütterung angewiesen ist. Ein verantwortungsvoller Züchter wird seine Jungtiere nicht abgeben, bevor dieser Zustand mit Sicherheit erreicht ist. Wünschenswert ist, dass die Jungvögel noch einige Wochen länger in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Sie können den Umzugsstress in ein neues Zuhause dann besser verkraften.
Wie der Name schon sagt, werden diese Vögel in ihren Heimatländern eingefangen oder als Küken dem Nest entnommen (und von Hand weitergefüttert) und gelangen dann auf den Markt. Einfangen, Sammeln für den Transport, der Transport, anschließende Quarantäne mit Medikamentenbehandlung im Einfuhrland kosten viele Vögel das Leben und hinterlassen bei den überlebenden körperliche und psychische Schäden. Abgesehen davon schadet ihre Entnahme aus der Natur dem Bestand ihrer Art in ihrem Heimatland.
Derzeit ist der Import von Vögeln aufgrund der Vogelgrippe verboten.

