Berichte
Inhaltsverzeichnis und Links zu den Berichten:
"The influence of the breeding-method on the behaviour of adult African grey parrots"
von Rachel Schmid
Eine Studie anhand von 103 Graupapageien.
Oder: Warum ich mich für Naturbruten entschieden habe - von Andrea Lotz
Seit ich das erste Mal hautnah einen Papagei gesehen habe, bin ich von diesen Tieren fasziniert. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich mich dicht an das Gitter in diesem Vogelpark drängte, um dem großen, wunderschönen Tier (es war ein Molukkenkakadu) so nah wie möglich zu sein. Und dann, ganz plötzlich, senkte dieses Tier seinen Kopf und hielt ihn mir mit erwartungsvollem Blick entgegen. Ich vergrub meine Finger in seinen weichen Federn und für mich stand fest: Ich möchte einen Papagei und zwar einen, der zahm ist!
Als ich im letzten Jahr einen Züchter in unserer Nähe besuchte, wollte ich mir eigentlich bloß einmal seine Tiere anschauen. Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, mir einen Papagei anzuschaffen, aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht - ich kam mit Hugo im Gepäck zurück!
Mit Cleo habe ich angefangen mit der Haltung von größeren Papageien. Cleo, weiblich, Blaustirnamazone, Naturbrut. Eine Jahr später ist Momo bei uns eingezogen. Männlich, Blaustirnamazone, Naturbrut.
Drei Jahre später, wegen „Notfall“ musste ich ein Blaustirnamazonen-Baby von Hand großziehen. Pedra, so habe ich sie getauft.
Man liest immer wieder von Nothandaufzuchten, manche Züchter bieten regelmäßig solche geretteten Tiere an.
Aber ist eine Handaufzucht wirklich so oft nötig? Sollten wir nicht die Umstände überprüfen, wenn regelmäßig Probleme in der Brut auftreten?
Ich habe Erfahrungen mit der Zucht von Nymphensittichen gesammelt. Es gibt viele Ursachen von Handaufzuchten, die man von vorn herein ausschließen kann.
Nachdem Coco und Käthe seit geraumer Zeit Ihre Bruthöhle bearbeitet hatten und seit Wochen schon kräftig miteinander zugange waren, war es am 29.3.2005 soweit: Käthe legte ihr erstes Ei, das zweite folgte am 2.4.2005 und das dritte Ei am 7.04.2005. Die ersten beiden Jungen schlüpften nach genau 30 Tagen.
Das dritte Baby war zu früh und verstarb. Ich konnte allerdings kein totes Baby finden, so dass ich annehmen muss, dass Käthe oder Coco es gefressen haben. Die beiden anderen Babys wuchsen und gediehen prima.
Hallo zusammen,
heute aber habe ich per Zufall grüne Kongopapageienbabys entdeckt. Ich fahre jetzt los und schaue sie mir an. Wenn's dort "klick" macht, nehme ich vielleicht direkt 2, der Züchter sagte mir am Telefon, er hätte ein perfekt harmonierendes Geschwisterpaar, das hört sich doch gut an! Ich schaue mal und werde Euch berichten, wünscht mir Glück.
Was so hoffnungsfroh begann, endete mit dem Tod der beiden Papageienbabys.
Ich bin Züchterin seit Mai 2004, und ich habe mich für die Naturbrut entschieden, um nicht in die Natur eingreifen zu müssen, wenn es nicht unbedingt sein muss.
Für mich steht das Tier an erster Stelle. Der Vogel soll Vogel bleiben und nicht zu einem Tier werden, mit dem ich alles machen kann, weil ich als Mensch durch Handaufzucht seinen Willen gebrochen habe! Naturbruten werden auch zahm, und das aus ihrem eigenen Willen. Es ist schön zu sehen, dass der Vogel jeden Tag ein Stück zutraulicher wird.
Ich lebe mit zwei Gelbnacken-Amazonen zusammen. Das Mädchen (drei Jahre alt) ist eine Naturbrut, der Junge (zwei Jahre alt) eine Handaufzucht. Ich habe die Handaufzucht vor einem Jahr genommen, weil ich in der Situation, in der ich mich damals befand, Kompromisse machen musste, und da erschien mir die Handaufzucht als das kleinere Übel. Außerdem ist es meine erste Handaufzucht, und ich hatte keinerlei Erfahrungswerte, um die Angelegenheit beurteilen zu können.
Seit über 10 Jahren züchte ich mit zahmen Brutpaaren von Gelbscheitel- und Panamaamazonen in Gruppenhaltung und habe nur die besten Erfahrungen mit meinen Jungvögeln gemacht.
Innerhalb von ca. 3 Monaten nach dem Ausfliegen sind diese Vögel schon weitgehend perfekt im Umgang mit Artgenossen und Menschen. Sie sind so zahm, wie man sich das als Halter oder auch als Züchter nur wünschen kann. Dabei ist aber die Gefahr einer Fehlprägung mit Sicherheit ausgeschlossen.

