Luzy und Angel
Zwei Graupapageien auf dem Weg vom Ei bis zur Selbstständigkeit
Nachdem Coco und Käthe seit geraumer Zeit Ihre Bruthöhle bearbeitet hatten und seit Wochen schon kräftig miteinander zugange waren, war es am 29.3.2005 soweit: Käthe legte ihr erstes Ei, das zweite folgte am 2.4.2005 und das dritte Ei am 7.04.2005. Die ersten beiden Jungen schlüpften nach genau 30 Tagen.
Das dritte Baby war zu früh und verstarb. Ich konnte allerdings kein totes Baby finden, so dass ich annehmen muss, dass Käthe oder Coco es gefressen haben. Die beiden anderen Babys wuchsen und gediehen prima. Ich gehe davon aus, dass das tote Baby nicht in Ordnung war, denn Käthe und Coco waren bisher stets vortreffliche Eltern gewesen, die immer Ihre Babys gefüttert hatten. Nie zuvor hatten sie eins tot gebissen.
Käthe übernimmt, wie es sich gehört, das Wärmen und Füttern ihrer Kleinen. Sie putzt sie und weiß genau wann sie füttern muss. Wir geben ihr zusätzlich zum normalen Futter, bestehend aus einer guten Körnermischung, Obst und Gemüse, noch Calciumampullen ins Trinkwasser, sowie Dr. Harrison Pellets und eine Mischung aus geriebenen Möhren, Frischkäse, gekochtem Ei, etwas Traubenzucker und ein wenig Honig. Beide Elterntiere fressen dies nur während der Brut. Auch alles Obst und Gemüse wird zu dieser Zeit gefressen, während es außerhalb der Brutzeit oft nur einmal angebissen, und dann runtergeworfen wird. Diejenigen Körner, die sie nicht wollen, fliegen auch raus. Es ist, als ob sie wüssten, dass dieses Futter wichtig für ihre Babys ist.
Der erste Versuch, die Babys zu beringen, schlug fehl, sie waren noch zu klein,
der Ring fiel noch herunter. Das Beringen hat auch später nicht funktioniert. Käthe hat die Ringe fein wieder abgemacht, ich weiß nicht wie, aber sie hat es geschafft. Die Babys bekamen offene Ringe, als sie etwas älter waren.
Im Alter von vier Wochen sind die Augen geöffnet und die Babys beginnen allmählich zu sitzen. Auch können sie ihre Beine jetzt am Körper halten und die Zehen beginnen, ihre für Papageien normale Stellung einzunehmen, nämlich zwei nach vorne und zwei nach hinten zeigend.. Bei der Geburt zeigen drei Zehen nach vorne. Mittlerweile findet Coco die Situation doof und will stärker ins Brutgeschehen einbezogen werden. Er geht immer wieder mit in die enge Bruthöhle und setzt sich auf Käthe und die Babys. Dann ist natürlich das Geschrei groß, so dass ich mich entschließe, die Babys aus der Höhle in eine große Kiste mit Buchenholzgranulat zu setzen. Von diesem Moment an herrscht Ruhe und Coco kann mitfüttern und auch putzen. Das macht er aber nur, wenn er sich von uns unbeobachtet fühlt - eben ein Macho :-).
Natürlich ist es nicht bei allen Elternvögeln möglich, die Jungen einfach umzusetzen. Es gibt Elterntiere, die auf die kleinste Veränderung mit Abbruch des Brütens oder gar des Fütterns reagieren. Ich wusste aber schon von der ersten Brut, dass ich die Babys ruhig umsetzten kann., Damals sollte Käthe noch nicht brüten, hat sich aber unseren Wohnzimmerschrank als Nisthöhle ausgesucht und dort 2 Babys ausgebrütet. Sie hat dort auf dem nackten Boden gebrütet und ich war total unerfahren, so dass die Babys Spreizbeine bekamen. Ich musste sie dann in kleine Tupperschüsseln setzten und das eine Baby musste sogar bandagiert werden. Käthe und Coco haben ihre Kleinen trotz allem stets zuverlässig weitergefüttert, Gott sei Dank! Doch, wie gesagt, das ist nicht bei allen Papageien möglich und ich hätte es auch nicht einfach so probiert.
Mit fast 3 Monaten gehen sie nicht mehr in den Kasten. Sie fangen an, ihre Umgebung zu erkunden und machen Flugversuche, doch sie trauen sich noch nicht so richtig. Coco und Käthe ziehen sich mehr und mehr zurück und lassen die Babys immer zuerst fressen. Sie betteln zwar noch und sie werden dann auch gefüttert, doch es ist weniger geworden. Das Mädchen Luzy ist wesentlich frecher und mutiger als ihr Bruder Angel. Bei den Eltern ist es ebenso: Coco wartet stets, bis Käthe sich an etwas Neues heran traut und erst dann versucht er es auch.
Autorin: Karin Themel

















